Prozess gegen Basketball-Profi Brittney Griner: Anwalt hofft auf mildes Urteil

In Moskau wurde an diesem Dienstag der Prozess gegen die US-amerikanische Basketballerin Brittney Griner fortgesetzt.

Die Sportlerin sitzt Mitte Februar wegen eines angeblichen Drogendelikts in russischer Untersuchungshaft. Ihr wird vorgeworfen, bei der Gepäckkontrolle am Moskauer Flughafen Cannabis-Öl bei sich gehabt zu haben. Ihr drohen bis zu 10 Jahre Haft.

Flüssigkeit beim Packen aus Versehen in den Koffer gesteckt

Griners Rechtsanwalt Alexander Boykow sagte, er hoffe auf ein "mildes" Urteil für seine Mandantin. Griner, die sich bereits zu Prozessbeginn schuldig bekannte, habe die Flüssigkeit beim Packen aus Versehen in den Koffer gesteckt. Die russische Öffentlichkeit und das Gericht müssten verstehen, dass es sich nicht um ein Rauschmittel handelte, sondern eine ärztliche Verschreibung.

Er betonte, dass Griner selbst in den USA das Mittel nur "gelegentlich" nahm, um chronische Schmerzen infolge zahleicher Verletzungen, die sie während ihrer Sportkarriere erlitten hatte, zu lindern.

Laut Elisabeth Rood, einer Vertreterin der US-Botschaft in Moskau, die bei der Anhörung anwesend war, geht es der Basketballspielerin, die seit etwa fünf Monaten inhaftiert ist, "so gut wie möglich".

Geisel für einen zukünftigen Gefangenenaustausch mit den USA?

Griner hatte Anfang Juli vor Gericht ausgesagt, sie habe kein Verbrechen begehen wollen, sondern beim Packen in großer Hast gehandelt.

Die 31-jährige, 2,06 m große Spielerin, die als eine der besten der Welt gilt, war in der amerikanischen Nachsaison nach Russland gereist, um dort zu spielen. Eine gängige Praxis für WNBA-Basketballerinnen, die im Ausland oftmals viel besser verdienen als zu Hause.

US-Präsident Joe Biden nannte ihre Freilassung zuletzt eine "Priorität", nachdem er kritisiert worden war, in dieser Angelegenheit nicht ausreichend zu handeln.

Die USA beschuldigen Russland, den Fall für einen zukünftigen Gefangenenaustausch mit den USA nutzen zu wollen.

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