Tiktokerin bricht Klischees über Afrika

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Eine nigerianische Journalistin begegnet auf ihrem Tiktok-Kanal zahlreichen Vorurteilen, die Menschen über den afrikanischen Kontinent haben – mit viel Humor und Sarkasmus.

Traditionelle Hütten in Nigeria
Menschen in Afrika leben in Hütten, haben kein Strom und holen das Wasser aus dem Fluss. Oder? Foto: Symbolbild / gettyimages

Gibt es überhaupt Elektrizität in Afrika? Diese und ähnlich vorurteilsbehaftete Fragen beantwortet die nigerianische Journalistin Charity Ekezie auf ihrem Tiktok-Kanal. Ihre kurzen Videos wurden mittlerweile millionenfach angesehen.

Kein Wasser, kein Strom, kein Internet

Es ist oftmals ein schmaler Grat zwischen Rassismus und uninformierten Vorurteilen – das weiß die 30-jährige Charity Ekezie aus Nigeria aus eigener Erfahrung. Immer wieder begegnen ihr online Kommentare, vollbeladen mit Klischees über den afrikanischen Kontinent. Laut eigener Aussage stammen viele aus den USA und Europa.

Deshalb hat sie vergangenes Jahr begonnen, gegen diese Vorurteile auf ihre ganz eigene Art vorzugehen. Mit kurzen und sarkastischen Videos auf Tiktok.

In einem Interview mit dem französischen The Observers sagte sie dazu: "Ich beschloss, einen anderen Ansatz zu wählen und auf witzige Weise zu reagieren, wenn mich wieder einmal jemand fragt, ob wir eigentlich fließendes Wasser haben."

Sie verkleidete sie sich also mit ihren beiden Cousinen und ging zum Fluss bei ihrem Dorf. Heraus kam das Video: "Wenn sie sagen, in Afrika gibt es kein Wasser.“"Es wurde insgesamt über 22 Millionen angesehen.

Millionen Likes

Laut Ekezie sehen noch immer viele Menschen den gesamten Kontinent als eine Art prähistorische Region, ohne Wasser, Internet oder Klimatisierung.

Also nimmt sie die Kommentare zum Anlass, um diese mit der Wirklichkeit zu konfrontieren. Sie steht dann direkt neben einer Steckdose oder einer Klimaanlage und erklärt, woher sie Strom erhält (durch Blitze, die der Donnergott zur Erde schickt), wie sich Afrikaner*innen abkühlen (eine Elefantenherde wird in der Dorfmitte zusammengetrieben, die dann schnell mit den Ohren schlagen und so einen Luftzug erzeugen) oder wieso sie Englisch spricht (die Geister ihrer toten Vorfahren aus der Zeit des Kolonialismus fahren in ihren Leib und sprechen durch sie hindurch).

Stereotype abbauen

Für Ekezie ist Humor der beste Weg der Verständigung. Denn wer lacht, vergisst nicht so schnell – da ist sie sich sicher. Und der Erfolg gibt ihr Recht: Mittlerweile haben ihre Videos über 27 Millionen Likes gesammelt.

Im Gespräch mit TRT World sagte sie kürzlich: "Ich wünsche mir, dass meine Videos dazu beitragen, Missverständnis und Stereotype über Afrika zu entmystifizieren." Und sie hoffe, dass mehr Menschen verstehen, wie viel schöner Afrika sei, als sie es sich vorgestellt hätten.

Im Video: Medizin nur für Afrika: Erste Biontech-Fabrik in Ruanda

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