Unbekannte stehlen keltischen Goldschatz in Millionenhöhe

Unbekannte stehlen keltischen Goldschatz in Millionenhöhe

Einbrecher haben im Kelten Römer Museum in Manching bei Ingolstadt einen mehrere Millionen Euro teuren Goldschatz aus der Keltenzeit erbeutet. Die Täter waren nachts in das Museum eingestiegen und hatten insgesamt 483 Münzen gestohlen. Die Vitrine mit dem Schatz sei aufgebrochen und das rund vier Kilo schwere Gold komplett entwendet worden. Wie die Täter die Alarmsysteme ausgeschaltet haben, ist noch unklar. Erst am nächsten Morgen entdeckten Museumsmitarbeiter die Tat.

Der Sammlerwert des Goldschatzes aus der Zeit um 100 vor Christus wird auf mehrere Millionen Euro taxiert. Wie es zu diesem größten Kunstraub in Bayern in den vergangenen Jahren kommen konnte, sei noch völlig unklar, so ein Sprecher des Landeskriminalamtes.

Ein Grabungsteam hatte den Keltenschatz 1999 entdeckt. Seit 2006 war der Schatz in dem Museum ausgestellt worden.

"Verlust des Keltenschatzes ist eine Katastrophe"

Die Polizei geht davon aus, dass die Täter versuchen werden, den Goldschatz entweder illegal auf dem Kunstmarkt zu verkaufen oder dieser „im schlimmsten Fall eingeschmolzen wird“, sagte der Behördensprecher. Dieser Fall sei nicht unwahrscheinlich: Nach Einschätzung der Polizei können die Täter die Goldmünzen nur schwer verkaufen.

"Der Verlust des Kelten-Schatzes ist eine Katastrophe, die Goldmünzen als Zeugnisse unserer Geschichte sind unersetzlich", sagte Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU). Der kulturelle Schaden sei enorm.

Das sogenannte Oppidum Manching gilt als eine herausragende keltische Siedlung, in der bis heute immer wieder Archäologen tätig sind. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege zählt die Siedlung zu den bedeutendsten Bodendenkmälern nördlich der Alpen.

Auch bei Kriminellen ist diese Bedeutung von Manching bekannt. Erst Anfang Mai hatten Raubgräber auf dem Gelände einer wissenschaftlichen Grabung etwa 140 Löcher gebuddelt. Ob dabei Keltenfunde entwendet wurden, ist bislang nicht bekannt.

Vergleichbare Museums-Diebstähle in Berlin und Dresden

Das bayrische Landeskriminalamt hat Kontakt zu den Strafverfolgungsbehörden in Berlin und Dresden aufgenommen. Die Ermittler erhoffen sich von den Kollegen Hinweise zu dem Vorgehen der Täter bei den ähnlich spektakulären Einbruchsdiebstählen im Bode-Museum und im Grünen Gewölbe.

Im Berliner Bode-Museum wurde 2017 eine 100 Kilogramm schwere Goldmünze mit einem Wert von knapp vier Millionen Euro gestohlen. Das Gold tauchte nie wieder auf, möglicherweise wurde es eingeschmolzen.