Wüstenwetter wütet wild in französischen Weingütern

Wüstenwetter wütet wild in französischen Weingütern

Die französische Weinregion Bordeaux durchlebt ein wahres Horror-Jahr. Zuerst wütete der Frost in den Weinbergen, dann der Hagel - und jetzt macht Wüstenhitze den Weingütern zu schaffen.

Den Wein zu wässern wagt hier eigentlich niemand, denn es ist verboten. Doch einige Bauern haben nun eine Ausnahmegenehmigung erhalten: Wasser für den jungen Wein, sonst ist es aus. Seltsam, denn eigentlich sind die Reben ja so einiges gewohnt hier in Frankreichs Süden. Doch zuviel ist zuviel. Schuld ist der menschengemachte Klimawandel, Fauna und Flora kommen damit immer weniger zurecht.

Paulin Calvet ist Besitzer des Weingutes Château Picque Caillou:

"Die zwei Leute dort haben jeweils einen Schlauch mit (einer spitzen, schaufelartigen) Metallmündung. Damit kommt das Wasser direkt zur Wurzel des Weinstocks, quasi ins Herz der Rebe, statt sich überall zu verteilen. Das Wasser fliesst wirklich runter bis direkt zu den Wurzeln."

Der nach Flüssigem lechzende Wein bekommt fünf Liter pro Stock. Alles ist genau geregelt: Finger weg von Leitungswasser! Nur Bauern mit Grundwasserbrunnen dürfen Rettungswässern. Lediglich drei Superweingüter können eine Extrawurst braten, sprich kostbares Nass verteilen: Pomerol, Saint-Emilion und Pessac-Léognan mit seinem Château Picque Caillou.

Noch einmal Paulin Calvet: "Die gelben Blätter hier zeigen, dass der Weinstock sich wehrt. Er hört einfach auf, einige Blätter mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen, um besser mit dem Hydo-Stress umgehen zu können."

Gewässert wird der Wein vom ersten Morgengrauen bis zum Mittagsläuten. Bereits am Vormittag zeigt das Thermometer im Schlossschatten 30 Grad Celsius...

Dieser Horror-Juli geht ein Frankreichs Geschichtsbücher: So trocken wares schon seit 1959 nicht mehr.

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