Eklat in Lyon: Bürgermeister lässt Innenminister Darmanin ganz bewusst sitzen

Eklat in Lyon: Bürgermeister lässt Innenminister Darmanin ganz bewusst sitzen

Er ist bekannt als eine Art Stehaufmännchen: Innenminister Gérald Darmanin ist (fast) immer gleich vor Ort. An diesem Samstag war der 39-Jährige in Lyon - zehn Tage nach dem Angriff auf drei Polizisten, die bei der Festnahme nach einem Raub im Quartier Guillotière angegriffen und zusammengeschlagen worden waren. Kurz vor dem Besuch des Ministers wurde noch ein Polizist bewusst von einem Roller-Fahrer angefahren.

Wer nicht anwesend ist, hat immer Unrecht. Für die Polizei ist es schwierig, wenn sie nicht vom Bürgermeister unterstützt wird.

Nach dem Besuch in der Metropole Lyon klagte Darmanin vor allem darüber, dass der grüne Bürgermeister der Stadt nicht bei dem Treffen mit den Polizistinnen und Polizisten mit dabei war. Er sagte: "Wer nicht anwesend ist, hat immer Unrecht. Für die Polizei ist es schwierig, wenn sie nicht vom Bürgermeister unterstützt wird. Ich denke, dass der Bürgermeister einen schweren Fehler gemacht hat, aber er kann sich mit mir in Verbindung setzen. Ich werde Anfang September wieder nach Lyon kommen und ich lade ihn ein, dabei zu sein".

Der Innenminister fragte in mehreren Interviews, ob Bürgermeister Grégory Doucet (48) im Urlaub sei.

Die Stellvertreterin des Bürgermeisters Fanny Dubot verteidigt Grégory Doucet. Viele werfen dem Innenminister vor, er betreibe vor allem Kommunikation und habe die zuvor gemachten Versprechen in Bezug auf mehr Sicherheitskräfte nicht gehalten.

In Lyon hat der Innenminister auch eine neue Haftanstalt eingeweiht, damit werde man "die Kapazitäten zur Inhaftierung von illegalen Ausländern, vor allem von Straftätern, auf 280 verdoppeln." Es würden 200 zusätzliche Polizeibeamte abgestellt.

Den Verantwortlichen der Stadt Lyon ist vor allem der häufige Verweis Darmanins auf "kriminelle Ausländer" ein Dorn im Auge.

Am Abend schreibt der grüne Bürgermeister auf Twitter, der Innenminister sei in Lyon gewesen und habe neue Versprechungen für die Guillotière gemacht. Es sei wichtig, dass diese diesmal besonders in Bezug auf die Zahl der zusätzlichen Sicherheitsbeamten eingehalten werde.

Noch am Vortag habe Doucet vor Ort Bewohner und Geschäftsleute getroffen.

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