Auf Grönland boomt der Gletschertourismus

Hier auf Grönland kann man dem Klimawandel quasi zuschauen - die Arktis erwärmt sich dreimal schneller als der Rest der Welt. In den Sommermonaten ist die Schmelzsaison in vollem Gange, und der Tourismus boomt - jedes Jahr kommen mehr Gäste, um die abschmelzenden Eismassen zu bewundern.

"Es war unglaublich. Und nicht nur fürs Auge, sondern auch das Geräusch, das es macht... es ist so irdisch, wie von Mutter Erde selbst ", sagt Camilla Bruckner, eine dänische Touristin.

25 Kilometer sind es von der Stadt Kangerlussuaq, 50 Kilometer nördlich des Polarkreises, bis zu den Ausläufern des grönländischen Eisschildes - das sich bis zu 60 Meter hoch auftürmt. Viele kommen, weil sie befürchten dass die Gletscher schon bald Geschichte sein werden:

"Als wir vor dem Gletscher standen, hatten man tatsächlich das Gefühl dass er vor unseren Augen kollabiert. Es gehen einem viele Gedanken durch den Kopf, zum Beispiel, werden meine Kinder das noch so sehen können", sagt Aviel Cahn, ein Schweizer Tourist.

Laut dem Fremdenverkehrsamt ist die Zahl der jährlichen Besucher:innen zwischen 2015 und 2019 von rund 77.000 auf fast 105.000 gestiegen - eine beträchtliche Zunahme angesichts der 56.000 Einwohner der Insel.

Doch die Freude über die hohen Besucherzahlen wird nicht von allen geteilt - einige fürchten ökologische Folgen der Passagierflüge - und 2024 werden drei neue Flughäfen in Betrieb gehen, um die steigenden Passagierzahlen abfertigen zu können.

Für Einheimische ist der Klimawandel in Grönland nicht nur eine kurze Sommerfrische, sondern Realität:

"Ich glaube, es geht sehr schnell, denn ich habe in den 34 Jahren, die ich hier bin, gesehen, wie eine riesige Menge Eis verschwindet. Wenn sich das so schnell ändert, dann freue ich mich nicht auf die nächsten 30 Jahre", sagt Else-Marie Gunderson, eine 54-Jährige Anwohnerin.

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