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Verwirrt nach der OP: Was hinter einem Delir steckt

Berlin (dpa/tmn) - Die Orientierung fehlt. Geliebte Menschen kommen einem plötzlich fremd vor. Es treten Halluzinationen auf. Erlebt man das nach einer Operation, steckt möglicherweise ein Delir dahinter. Ein Überblick über die wichtigsten Fakten:

Wer von einem Delir betroffen ist:

Typisch für die Bewusstseinsstörung ist, dass sie im Krankenhaus auftritt, oft nach Eingriffen. Betroffen sind in aller Regel Ältere. Wer schon einmal ein Delir hatte, hat ein erhöhtes Risiko, wieder eines zu erleben, heißt es von der Deutschen Hirnstiftung. Auch Depressionen, Alkoholmissbrauch und Erkrankungen des Gehirns wie ein Schlaganfall sind Risikofaktoren.

Gut zu wissen: Neben Desorientierung und Verwirrtheit kann ein Delir sich auch in Form von Unruhe oder aggressivem Verhalten ausdrücken. Die Intensität der Symptome kann im Tagesverlauf schwanken.

Was Angehörige tun können:

Alles, was Betroffenen eines Delirs mehr Orientierung schenkt, ist laut Hirnstiftung sinnvoll. Das kann für Angehörige heißen: Sie sollten dazu ermuntern, Brille und Hörgerät zu tragen. Eine gut sichtbare Uhr oder ein Kalender auf dem Nachttisch helfen Betroffenen, sich zeitlich zu orientieren.

Gut wirken auch die Lieblingsmusik, bekannte Fernsehsendungen, persönliche Gegenstände oder vertraute Gesichter. Weshalb vor allem häufige Besuche bei einem Delir guttun - am besten ergänzt durch Familienfotos auf dem Nachttisch.

Im Gespräch mit Betroffenen ist laut der Hirnstiftung wichtig: langsam und einfach sprechen und immer wieder Tageszeit und Wochentag einfließen lassen. Angehörige können außerdem immer wieder thematisieren: Warum ist der- oder diejenige im Krankenhaus - und wie geht es weiter?

Ein Delir klingt in aller Regel nach einiger Zeit wieder ab. Der Zustand kann aber über mehrere Wochen andauern.